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Anzeichen von Muskelschwäche



Erkennung und Einordnung
Der menschliche Körper besitzt rund 650 unterschiedliche Muskeln. Davon bewusst steuern können wir lediglich 23-40 % (Frau/Mann). Der polyneuropathische Wirkungskreis erstreckt sich weit über diesen Prozentsatz hinaus. Wichtig ist zunächst die Einordnung des Ursprungs der Beschwerden.
Muskelschwäche

Was macht einen Muskel aus?
Grundsätzlich sind Muskeln Organe, die die Fähigkeit besitzen, sich zusammenzuziehen und zu entspannen. Daher werden sie auch als „kontraktiles Gewebe“ bezeichnet. Es gibt willkürliche Muskeln, die sich von uns steuern lassen, und unwillkürliche Muskulatur wie z. B. unser Herz. Damit ein Muskel weiß, dass er kontrahieren soll, benötigt er einen Nervenimpuls. Ist das Zusammenspiel zwischen Nerven und Muskeln behindert, kann das zu Bewegungseinschränkungen und körperlichen Beschwerden führen.

Störung bei der Impulsleitung
Ist ein bestimmter Muskel teilweise immobilisiert, so spricht man von einer Muskelschwäche. Die Ursache kann hier beim Muskel selbst liegen oder an der Tatsache, dass Nervenimpulse nicht mehr korrekt übertragen werden können.
Je nach Muskel unterscheiden sich die Symptome. Typisch sind folgende Beschwerden:

  • Gangunsicherheit
  • Schwierigkeiten beim Greifen
  • Schnelle Ermüdbarkeit bei Bewegung
  • Unfähigkeit, verschiedene Bewegungen auszuführen
  • Ausführbarkeit von Bewegungen nicht mit ganzer Kraft
  • Sprech- und Schluckbeschwerden

Ursache
Da es sich bei einer Muskelschwäche um eine abgemilderte Form der Lähmung handelt, gibt es zahlreiche mögliche Ursachen. Wichtig für die Selbsteinschätzung und den Bericht an den Arzt ist die Region und Auftrittsgeschwindigkeit der Lähmungserscheinung auszumachen. So kann eine plötzliche und anhaltende Gesichtslähmung durch einen Schlaganfall ausgelöst werden. Über Tage, Wochen bis hin zu Jahren Anhaltende schwächen der Gliedmaßen sind wiederum unter anderem charakteristisch für eine Polyneuropathie.

Mehr Informationen zu Muskelschwächen in Verbindung mit Polyneuropathie finden sie hier.
Eine genauere Übersicht zu den möglichen Ursachen einer Lähmung und empfohlene Maßnahmen vom Netzwerk deutscher Apotheker finden Sie hier.

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Gangstörung, Diabetes und Polyneuropathie:
Die Zusammenhänge

Wenn die Nerven nicht mehr richtig wollen

Polyneuropathie ist eine Erkrankung der Randnerven. Die Folgen reichen von der Übertragung fehlgeleiteter und irrtümlichen Nervensignale bis hin zu Gangstörungen und Teillähmungen diverser Körperzonen. Nervenfunktionen können auf unterschiedlichste Weisen geschädigt oder gestört werden. Krankheiten wie Diabetes gehören zur Kategorie der chronischen Polyneuropathie-Auslöser.

Diabetes und das Nervensystem
Bei Diabetes wird grundsätzlich zwischen Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, die das körpereigene Immunsystem attackiert und insulinproduzierende Zellen schädigt. Bei Typ 2 Diabetes werden stattdessen die Körperzellen resistent gegen Insulin.

Insulin baut den Blutzucker im Körper ab. Sobald dies nicht mehr gewährleistet ist, befindet sich der Köper im Zustand der „Überzuckerung“ (Hyperglykämie). Es wird vermutet, dass dieser Zustand entweder die Sauerstoffversorgung der Nerven beeinträchtigt oder diese durch giftige Stoffwechselprodukte schädigt. Dadurch erhöht sich auf lange Frist die Wahrscheinlichkeit einer sensomotorischen diabetischen Polyneuropathie. Das heißt Bewegungen und Empfindungen (z. B. für Temperatur) sind betroffen. Eine autonome Neuropathie wiederum hat Einfluss auf das von uns nicht steuerbare vegetative Nervensystem.Die langen Beinnerven sind zumeist früher und stärker betroffen als die Armnerven. Es kann zu Rückgratverkrümmung, Skelettdeformationen, Zittern, Schwerhörigkeit, Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, Atemproblemen, Sprech- und Schluckstörungen kommen.

Bei der hereditären sensorischen und motorischen Neuropathie kann ein Verlust des Schmerzempfindens mit Verletzungen und schmerzlosen Frakturen eintreten. Abhängig von der Unterform sind Verdauungs-, Herzrhythmus- und Schweißsekretionsstörungen als Begleiterscheinungen möglich.

Gangunsicherheit als Folge
Infolge einer sensomotorischen Polyneuropathie können also Nervenschädigungen für abnehmendes Gefühl in Bein und Fuß sorgen und somit Gangstörungen nach sich ziehen. Auch Muskelschwund ist im Extremfall nach einer gewissen Zeit nicht auszuschließen.
Wichtig ist daher, die Ursache früh zu erkennen und in Abstimmung mit Ihrem Arzt die notwendigen Behandlungsstufen einzuleiten.
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Hereditäre Neuropathien

Hereditäre Neuropathien
Hereditäre Neuropathien sind genetisch bedingte Erkrankungen der peripheren Nerven. Sie beginnen mit leichten Symptomen, die sich mit der Zeit verschlimmern können. Als motorische Neuropathien können sie die motorischen Nerven, als sensorische Neuropathien die sensorischen sowie die autonomen Nerven und als sensorische und motorische Neuropathien die sensorischen und die motorischen Nerven betreffen. Hereditäre Neuropathien können häufig auftreten, doch werden sie oft nicht erkannt.

Formen und Symptome
Die häufigste Form der hereditären Neuropathie ist die Charcot-Marie-Tooth-Krankheit als motorisch-sensible Neuropathie. Sie kann bereits im Kindesalter auftreten und macht sich durch distal-symmetrische Lähmungen, Muskelschwund und Sensibilitätsstörungen bemerkbar. Es kommt zu motorischen Defiziten wie Fußheberschwäche, Verlust der Muskeleigenreflexe, Hohlfüßen und Krallenzehen.

Die langen Beinnerven sind zumeist früher und stärker betroffen als die Armnerven. Es kann zu Rückgratverkrümmung, Skelettdeformationen, Zittern, Schwerhörigkeit, Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, Atemproblemen, Sprech- und Schluckstörungen kommen.

Bei der hereditären sensorischen und motorischen Neuropathie kann ein Verlust des Schmerzempfindens mit Verletzungen und schmerzlosen Frakturen eintreten. Abhängig von der Unterform sind Verdauungs-, Herzrhythmus- und Schweißsekretionsstörungen als Begleiterscheinungen möglich.

Diagnose der hereditären Neuropathien
Bevor der Arzt verschiedene diagnostische Verfahren zur Feststellung einer hereditären Neuropathie anwendet, befragt er den Patienten über das gehäufte Vorkommen der entsprechenden Symptome in der Familie. Er kann im Rahmen elektrophysiologischer Untersuchungen die Nervenleitgeschwindigkeit messen und ein Elektromyogramm anfertigen. Zusätzlich kann eine Nervenbiopsie des Nervus suralis erfolgen.

Prognose und Therapie
Schreitet die hereditäre Therapie weiter fort, kann die Gehfähigkeit eingeschränkt werden. Als Therapie erfolgt eine Versorgung mit Hilfsmitteln, zu denen verschiedene Orthesen und orthopädische Schuhe gehören. Fußdeformationen können operativ korrigiert werden. Bei eingeschränkten Gehstrecken kann die Versorgung mit einem Rollator oder Rollstuhl erfolgen. Die Beschwerden können mit einer Physio- oder Ergotherapie gelindert werden.

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Hyperästhesie

Hyperästhesie
Als Hypästhesie wird der teilweise Verlust von Empfindungen bezeichnet, der weithin auch als Taubheitsgefühl beschrieben wird. Kommt es zu einem kompletten Verlust von Empfindungen, sprechen Mediziner von einer Anästhesie. Die partielle Taubheit oder das Auftreten von Missempfindungen können drei wichtige Sinnesmodalitäten in unterschiedlichem oder gleichem Ausmaß betreffen: leichte Berührungen, Schmerz- und Temperatursinn sowie Lage- und Vibrationsempfinden. Eine Hypästhesie wird häufig durch Kribbeln in den Gliedmaßen begleitet und kann von einer Polyneuropathie ausgehen.
taubheitsgefühlt

Ursachen einer Hypästhesie

Die Ursachen eines Taubheitsgefühls sind vielfältig. Eine häufige Ursache ist die Polyneuropathie, bei der es zu bilateralen, weitgehend symmetrischen und meist distralen Hypästhesien und sensorischen Ausfällen kommt.

Da Taubheitsgefühle jedoch durch zahlreiche weitere Störungen verursacht werden können, erfolgt im Vorfeld eine sequenzielle Abklärung. Bei dieser Anamneseerhebung wird der Patient durch offene Fragen darum gebeten, das Taubheitsgefühl zu beschreiben. Dabei sollen Symptombeginn, Dauer und Verlauf der Hypästhesie ermittelt werden. Dabei gilt es besonders zu überprüfen, wo sich die Taubheit befindet und welche neurologischen Symptome wie z.B. Sehverlust oder Inkontinenz diese begleiten.

Bei einer Anamnese sollten bekannte Störungen wie Diabetes oder Polyneuropathie erkannt werden, da diese einer Gefühllosigkeit zu Grunde liegen. Im Zuge dieser Untersuchungen informiert eine Familienanamnese über familiäre neurologische Störungen und eine Arzneimittel- und Sozialanamnese gibt einen Einblick in den Gebrauch von Arzneimitteln und Substanzen wie Alkohol oder Nikotin.

Körperliche Untersuchung
 
Die körperliche Untersuchung erfolgt mit einem Schwerpunkt auf die Lokalisation der Hypästhesie. Die Reflexprüfung stellt dabei die objektivste Untersuchungsmethose dar, sensorische Test sind hingegen subjektiver. Wird durch diese Untersuchung eine bilaterale Taubheit diagnostiziert, die nicht mit einem bestimmten Dermatom korrespondiert, liegt die Diagnose Polyneuropathie nahe. Besteht der Verdacht einer Schädigung des peripheren Nervensystems, werden durch Testungen die Nervenleitungen untersucht. Diese elektrodiagnostischen Tests dienen der Differenzierung zwischen Neuropathien, Plexopathien und proximalen Läsionen sowie den verschiedenen Arten der Polyneuropathie.
 
Lassen die Befunde eine Polyneuropathie vermuten, umfassen die nachfolgenden Tests typischerweise Elektrolyte, Blutbild, TPHA-Suchtest, Nierenfunktionstests und Messungen der Nüchtern-Plasmaglukose, Vitamin B12, HbA1C, Folsäure, TSH sowie in der Regel Serum-Immunelektrophorese und Serum-Protein-Elektrophorese (insbesondere bei schmerzhafter Neuropathie). Auf Basis dieser Erkenntnisse erfolgt eine Therapie der Polyneuropathie, in der die Ursache für die Hypästhesie liegt.
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Störung der Tiefensensibilität – Mögliches Symptom bei Polyneuropathie

Der sechste Sinn: Die Empfindung und Haltung des Gleichgewichts
Für die Polyneuropathie gibt es nicht die eine und alles erklärende Ursache. Auch in der Symptomatik gibt es keine konkreten Ausprägungen, von denen alle Betroffenen gleichermaßen und im identischen Ausmaß berichten. Umso schwieriger ist es, eine Störung der Tiefensensibilität zu erkennen und den Patienten zu behandeln. Schmerzen und Brennen, Kribbeln und das Gefühl die Bodenhaftung zu verlieren sind Symptome, die im Zusammenhang mit der Tiefensensibilitätsstörung häufig genannt werden. Auch die Haltung des Gleichgewichts und die Empfindung eines sicheren Standes auf dem Boden sind bei Betroffenen in Frage gestellt und können mehr oder minder beeinträchtigt sein.
Wenn der sechste Sinn nicht funktioniert, ist die Reizübertragung Ihres Gehirns zu den betroffenen Körperpartien gestört. Denn Ihre Lage im Raum, die Bodenhaftung und die Wahrnehmung generell werden nicht bewusst, sondern unbewusst und kontinuierlich gesteuert. Die Tiefensensibilität ist direkt mit dem Gleichgewichtssinn gekoppelt und stellt einen essenziellen Teil Ihrer Körperwahrnehmung dar.

Wann von einer Störung der Tiefensensibilität die Rede ist

Eine Störung der Tiefensensibilität macht sich auf unterschiedlichen Wegen bemerkbar. Müssen Sie zum Beispiel zu Boden schauen, um das Gefühl der bodenberührenden Füße beim Gehen zu haben, funktioniert die Reizübertragung Ihres Hirns nicht richtig. Auch wenn Sie taumelnd gehen und denken, Sie müssten Ihre Körperhaltung permanent bewusst regulieren, deutet dieses Symptom in den meisten Fällen auf eine Tiefensensibilitätsstörung hin.

Die Sensibilität zur Wahrnehmung Ihres Körpers und seiner Bewegungen ist ein sehr wichtiger Bestandteil Ihrer Lebensqualität. Auch wenn die Funktionen hauptsächlich im Unterbewusstsein ablaufen, darf die Bedeutung der Tiefensensibilität nicht unterschätzt werden. Ein Vergleich zur alkoholbedingten Wahrnehmungsstörung zeigt auf, wie sich Menschen mit einem Problem in der Tiefensensibilität fühlen. Fallen sonst automatisch ablaufende motorische Aufgaben schwer oder sind schlichtweg unmöglich, sind zahlreiche tägliche Dinge und Aufgaben unerwartet schwierig. Wenn dieser Zustand nicht durch Rauschmittel, sondern ohne ersichtlichen Grund eintritt und über einen längeren Zeitraum vorhält, ist von einer Störung der Tiefensensibilität die Rede. Am häufigsten tritt das Symptom bei Polyneuropathie auf, so dass eine diesbezügliche Untersuchung angeraten ist.

Gleichgewichtsprobleme – oftmals ein Symptom für eine Tiefensensibilitätsstörung
 
Sie können das Gleichgewicht nur schwerhalten oder bemerken Schwindel, sobald Sie von einer Erhebung nach unten blicken? Wenn Sie den Abstand zwischen dem Boden und Ihren Füßen prüfen oder Ihre Bewegung im Raum bewusst kontrollieren müssen, schränkt dieser Umstand Ihre Alltagskompetenz und Ihre Sicherheit in der Bewegung ein. Eine starke Ausprägung der Störung liegt vor, wenn Sie bereits im Stehen schwanken und auf ebenem Untergrund kein Gleichgewicht halten können. Die Diagnostik Polyneuropathie ist in diesen Fällen keine Seltenheit. Gestört ist die Übertragung der Signale zwischen Ihrem Hirn und dem Körperteil, das Sie bewusst kontrollieren und dem Sie ohne die gezielte Kontrolle nicht mehr vertrauen. Durch die Verlagerung der Kontrollmechanismen verschlimmern sich die Symptome und Ihre Selbstwahrnehmung ist nur noch unter Aufbringung größter Willenskraft möglich. Auch dauerhafter oder in bestimmten Bewegungen auftretender Schwindel müssen nicht, wie häufig vermutet, vom Gleichgewichtsorgan stammen. Eine unerkannte Tiefensensibilitätsstörung ist, viel häufiger als eine Erkrankung des kleinen Organs im Innenohr, die Ursache für ein minderes bis gar nicht mehr vorhandenes Eigenempfinden im Raum.
Die Behandlung bei Polyneuropathie
Die Polyneuropathie weist viele Ausprägungen auf. Wenn Sie die Störung der Tiefensensibilität als Symptom wahrnehmen und Ihr Körpergefühl verlieren, ist eine medikamentöse Behandlung wenig sinnvoll. Mit gesunder Ernährung und autogenen Trainings zur Schulung Ihrer Selbstwahrnehmung erzielen Sie im Regelfall die besten Erfolge. Auch Yoga und andere Entspannungstechniken helfen dabei, innere Anspannungen zu lösen und Ihre Tiefensensibilität wieder zu erlangen. Die Erkrankung bricht aus, wenn ein kritischer Wert aus der Summe vieler Faktoren erreicht ist. Daher kommt die Tiefensensibilitätsstörung auch oftmals ohne erkennbare “Vorboten”. In der chinesischen Heilkunde geht man davon aus, dass das Zuviel der Konsumgesellschaft ein nicht zu unterschätzender Grund für den Mangel in der Selbstwahrnehmung ist. Mindern Sie die Reizüberflutung in Ihrem Leben. Die Polyneuropathie kann als Begleiterkrankung bei Diabetes mellitus, einer Nervenentzündung und einer Nervendegeneration auftreten. Die Ursachenforschung ist daher vor einer Behandlung wichtig, da eine reine Symptombehandlung das Problem nicht löst. Bildquelle ©Chinnapong - stock.adobe.com
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Zentrales Nervensystem - Aufbau und Funktionen

Der Aufbau des Gehirns

Vereinfacht dargestellt lässt sich das Gehirn in vier Hauptbereiche aufteilen:
  • Großhirn
  • Zwischenhirn
  • Kleinhirn
  • Hirnstamm

Das Großhirn

Großhirnrinde (Cortex) bildet die “Umhüllung” des Gehirns. Diese Oberflächenschicht ist 1-4 mm dick und stark gefaltet. Würde man diese ausbreiten, würde eine Fläche von annähernd ¼ m² werden. Die Großhirnrinde enthält circa 16 Milliarden Nervenzellen, was einem Fünftel der Gesamtnervenzellen im Gehirn entspricht. Über 90 Prozent des Cortex sind beim Menschen sechsschichtig. Das Großhirn besteht aus zwei Hälften, welche durch einen dicken Nervenstrang (Corpus calosum/Balken) und zahlreiche kleinere Stränge miteinander verbunden sind. Die linke und die rechte Großhirnhälfte sind beim Menschen funktional nicht gleichwertig. Für die meisten Personen gilt, dass die linke Hemisphäre die sprachgebundene und Detailanalysen vornehmende Seite ist. Die rechte Cortexhälfte stellt hingegen den nicht-verbalen, ganzheitlich integrativen Teil dar. Der gesamte Cortex besteht aus mehreren Rindenfeldern:
  • primäre Felder
  • Assoziationsfelder
Primäre Felder, beispielsweise der visuelle Cortex und der auditorische Cortex, verarbeiten bestimme Arten von Informationen zu Wahrnehmungen und einfachen Bewegungen. Im Fall vom visuellen und auditorischen Cortex umfasst dies das Sehen und Hören. Die assoziativen Felder stellen Verknüpfungen her, übernehmen höhere Denkvorgänge und sind für das Gedächtnis zuständig. Im korrekten Zusammenspiel der einzelnen Felder entstehen Funktionen.

Die menschliche Großhirnrinde teilt sich in vier sogenannte “Lappen”:
  • den Stirnlappen (Frontallappen)
  • den Schläfenlappen (Temporallappen)
  • den Scheitellappen (Parietallappen)
  • den Hinterhauptlappen (Okzipitallappen)
Im Frontallappen befinden sich motorische Rindenfelder sowie Bereiche, die mit Initiative, Handlungsplanung und Supervision assoziiert werden. In dem über den Augen und entlang der Hirnmitte befindlichen Anteil (orbifrontaler Anteil) gibt es Areale, welche das Sozialverhalten, die Persönlichkeitsdimensionen sowie motivationale (das Motiv betreffende) und emotionale Dimensionen steuern. Im linken Bereich liegt die sogenannte Brocasche Sprachregion.

An den Stirnlappen schließt sich der Parietallappen an. Die Handlungsbereitschaft wird nicht allein vom Stirnhirn, sondern auch vom Scheitellappen gesteuert. Der Scheitellappen ist für die Wahrnehmung des Körpers zuständig, birgt die Geschmacksregion und Areale für ganzheitliche Verknüpfungen.

Der Schläfenlappen nimmt Aufgaben in den Bereichen Zeit und Gedächtnis, auditive Wahrnehmung, Einspeichern und Abrufen von langfristigen Informationen wahr. Im linken Teil befindet sich die sogenannte Wernickesche Sprachregion.

Der Hinterhauptlappen übernimmt zum größten Teil visuelle Funktionen.

Das Zwischenhirn

Das Zwischenhirn (Diencephalons) besteht aus insgesamt vier Bereichen:
  1. Thalamus (im oberen Zwischenhirn; bestehend aus mehreren Dutzend Einzelkernen unterteilt in sensorische, motorische, assoziative und unspezifische Kerngruppen)
  2. Hypothalamus (verbunden mit der Hirnanhangdrüse; Regelung des motivationalen und emotionalen Verhaltens, der Biorhythmik und des Hormonhaushalts)
  3. Subthalamus (Steuerung der Grobmotorik)
  4. Epithalamus (Verbindet das limbische System mit anderen Gehirnarealen; steuert Melatonin- und Hormonausschüttung; reguliert Gefühle und motorische Signalwege)

Das limbische System setzt sich aus einer speziellen Kombination von Gehirnstrukturen zusammen. Es repräsentiert Gefühle sowie die Motivation betreffende Funktionen und ist zentral an der Übertragung von Informationen aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis beteiligt. In Zusammenhang mit dem limbischen System sind zwei Schaltkreise wichtig. Der erste, der sogenannte Papezsche Schaltkreis, ist für die Informationsübertragung ins Langzeitgedächtnis essenziell. Der zweite Schaltkreis sorgt für die emotionale Bewertung aufgenommener Informationen und entscheidet deren Qualität für die Übertragung ins Langzeitgedächtnis. Als Folge von Schäden am limbischen System treten Gedächtnisstörungen auf.
Das Kleinhirn
Das Kleinhirn stellt auf das Volumen bezogen beim Menschen den zweitgrößten Gehirnbereich dar. Es beherbergt circa 70 Milliarden Nervenzellen. Die Aufgabe des Kleinhirns liegt in erster Linie in der Steuerung der Motorik. Die Koordination, die Feinabstimmung und das Planen beziehungsweise Erlernen von Bewegungsabläufen fällt in den Zuständigkeitsbereich des Kleinhirns. Es beteiligt sich ferner am unbewussten Lernen, dem Spracherwerb und am Entwickeln sozialer Kompetenzen.

Der Hirnstamm

Beim Hirnstamm (nicht zu verwechseln mit dem Begriff Stammhirn) handelt es sich evolutionsgeschichtlich um den ältesten Hirnbereich des Menschen. Er stellt den untersten Gehirnabschnitt dar und setzt sich aus auf- und absteigenden Nervenfasern sowie Neuronenkonzentrationen zusammen. Strukturell besteht der Hirnstamm aus dem Mittelhirn, der Brücke und dem Nachhirn. Das Nachhirn befindet sich zwischen Rückenmark und Brücke. Aus diesem Grund wird es auch als verlängertes Rückenmark bezeichnet. Im Nachhirn überschneiden sich die Nervenleitungen der beiden Körperhälften. Der Hirnstamm konvertiert eingehende Sinneseindrücke und ausgehende motorische Nachrichten. Zu seinem Aufgabenbereich zählt die Steuerung elementarer und reflexartiger Mechanismen. Der Hirnstamm kontrolliert automatische Vorgänge wie beispielsweise den Herzschlag, den Blutdruck, die Atmung und den Stoffwechsel. Außerdem birgt er wichtige Reflexzentren, welche das Schließen der Augenlider, das Schlucken, das Husten und zahlreiche andere Reflexe auslösen.

 

Bildquelle © magicmine -stock.adobe.com

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Volkskrankheit Nervenleiden

Pro Jahr behandeln die Neurologen in den deutschen Krankenhäusern rund eine Million Patienten mit Nervenkrankheiten. Die Betroffenen leiden unter Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, neurodegenerativen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit oder klagen über Migräne. Auch neurologische Erkrankungen wie Polyneuropathie und Schlaganfälle sind im Vormarsch und entwickeln sich zu regelrechten Volkskrankheiten. Zu den häufigsten Nervenkrankheiten zählen:

  • Schlaganfälle
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Hirnhautentzündungen
  • Epilepsie
  • Migräne
  • Polyneuropathie

Die häufigsten Nervenkrankheiten im Detail

Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer spontanen Minderdurchblutung des Gehirns. Auslöser sind durch eine Embolie, Arteriosklerose verstopfte Hirnarterien oder eine Hirnblutung. Durch den Schlaganfall kommt es zu Funktionsstörungen des Gehirns. Zu den häufigsten Symptomen zählen halbseitige Lähmungen, Schwindel, Seh- und Sprachstörungen. Eine verbreitete Ursache für einen Schlaganfall ist ein erhöhter Blutdruck. In Deutschland sterben pro Jahr rund 60 000 Menschen aufgrund eines Schlaganfalls. Weltweit ist diese Nervenkrankheit die Todesursache Nummer zwei.

Morbus Parkinson

Die Parkinson-Krankheit zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland. Pro 1000 Einwohner erkranken 1 bis 2 Personen im Laufe ihres Lebens. Parkinson tritt meistens in fortgeschrittenem Alter auf und zeigt sich am häufigsten zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr. Die Krankheit wird durch eine Mangelproduktion des Botenstoffs Dopamin verursacht. Bei den Betroffenen kommt es zu Störungen im Bereich des Bewegungsapparats. Die Symptome sind eine Starre der Muskeln, Bewegungsverarmung und das typische Zittern der Extremitäten. Durch entsprechende Medikamente und Therapien kann der Fortschritt der Krankheit gebremst werden. Eine Heilung ist bislang nicht möglich.

Multiple Sklerose

Bei der Multiplen Sklerose sind Nervenzellen des Rückenmarks und Gehirns von einer Schädigung betroffen. Durch ein fehlerhaftes Agieren des Immunsystems kommt es zu einer Entzündungsreaktion. Davon betroffen sind die Nervenscheiden, welche die Nervenzellen umgeben. Die Schädigungen der betroffenen Gewebe können im gesamten Zentralnervensystem auftreten und führen zu einem individuell unterschiedlichen Krankheitsbild. Die Multiple Sklerose entwickelt sich in Schüben. Die Symptome äußern sich in Form von Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen und Veränderungen der Persönlichkeit. Die Autoimmunerkrankung betrifft 0,1 bis 0,2 % der deutschen Bevölkerung und tritt am häufigsten im Alter zwischen 20 und 40 auf. Multiple Sklerose ist nicht heilbar und die Therapie konzentriert sich auf eine Verminderung der Schubfrequenz.

Hirnhautentzündungen

Die Hirnhautentzündung wird auch als Meningitis bezeichnet. Sie wird durch verschiedene Krankheitserreger wie Bakterien und Viren ausgelöst und kann unbehandelt einen schweren Verlauf nehmen. Bakteriell verursachte Hirnhautentzündungen äußern sich in der Regel schwerwiegender als solche, die durch Viren ausgelöst werden. Zu den typischen Symptomen einer Hirnhautentzündung zählen die Steifigkeit des Nackens, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Bewusstseinsstörungen und Kopfschmerzen. Oft ist eine akute Meningitis auch von Fieber begleitet. Eine rasche Diagnose und Behandlung der Hirnhautentzündung bewahren den Patienten vor neurologischen Folgeschäden.

Epilepsie

Das Risiko an Epilepsie zu erkranken ist vor dem 5. und nach dem 60. Lebensjahr am höchsten. Deutschlandweit befinden sich rund 500 000 Menschen aufgrund dieser Nervenkrankheit in Behandlung. Bei der Epilepsie ist die Leitung der elektrischen Nervenimpulse gestört. Aufgrund dieser krankhaften neuronalen Aktivität des Gehirns erleiden die betroffenen Patienten epileptische Anfälle. Es kommt dabei zu Krämpfen, Zuckungen und dem Verlust des Bewusstseins. Rund fünf Prozent der Bevölkerung erleiden einmal in ihrem Leben einen solchen Anfall. Von einem Epileptiker sprechen Fachleute, wenn ein solcher Anfall wiederholt auftritt. Mit einer entsprechenden Behandlung und Therapie können an Epilepsie Erkrankte zu einem großen Teil anfallsfrei leben.

Migräne

Die Migräne zählt zu den chronischen Kopfschmerzarten. Sie äußert sich häufig anfallsartig. Schwankungen im Hormonhaushalt, Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln und Stress können durch Migräne ausgelöst werden. Fachleute unterscheiden Migräne mit und Migräne ohne Aura. Die Migräneaura ist eine neurologische Störung. Sie dauert in der Regel zwischen 5 und 60 Minuten und geht meist mit Sehbeschwerden einher. Tritt die Migräneaura auf, folgen die pulsierenden und pochenden Kopfschmerzen. Zu den weiteren Symptomen einer Migräne zählen Übelkeit, Appetitlosigkeit, Lähmungen und Sprachstörungen. In Deutschland sind rund 10 bis 12% der Bevölkerung von einem Migräneleiden betroffen.

Polyneuropathie

Bei der Polyneuropathie handelt es sich um einen Sammelbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Von den Störungen sind die motorischen, sensiblen und autonomen Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks betroffen. Polyneuropathien werden häufig durch andere zu Grunde liegende Erkrankungen ausgelöst. Zu den häufigsten zählen der chronische Missbrauch von Alkohol und Diabetes mellitus. Die angeborene Form der Polyneuropathie ist selten und kann durch eine Störung der Nervenleitgeschwindigkeit oder einen Enzymdefekt verursacht sein. Die von einer Polyneuropathie betroffenen Patienten klagen über ein Kribbeln in den Extremitäten, brennende Schmerzen, ein vermindertes Schmerzempfinden, Kraftverlust, Krämpfe und Lähmungserscheinungen. Auch Verdauungsstörungen, Herzrhythmusstörungen und Impotenz zählen zu den Symptomen einer Polyneuropathie. Bei der Therapie werden die zugrunde liegenden Erkrankungen behandelt oder entsprechende Medikamente verabreicht. Leichte Formen der Polyneuropathie sind in der Regel gut therapierbar.

 

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Ateminsuffizienz

Symptome und Verlauf einer Ateminsuffizienz

Charakteristisch sind flache, schnelle Atmung und Kurzatmigkeit bei stärkerer Belastung. In frühen Stadien kann der Körper die nachlassende Sauerstoff-Versorgung noch weitgehend kompensieren, indem Atem- und Herzfrequenz (Tachykardie) steigen.
Im weiteren Verlauf gerät ein Betroffener bei Anstrengungen in Luftnot, ein Zustand, der starke Erstickungsängste auslöst. Zur Vermeidung meidet er häufig körperliche Belastungen, bis selbst in Ruhe Sauerstoffmangel eintritt.


Begleitend kommen weitere Folgen der Unterversorgung hinzu: Extremitäten wie Zehen oder Finger, Nase und Ohren sind blau verfärbt. Es entwickeln sich Zyanosen – langfristig dann Verformungen, wie die typischen Trommelschlägelfinger (verdickte Fingerendglieder) und Uhrglasnägel (große gewölbte Fingernägel). Auch das Lungengewebe erfährt bleibende Veränderungen, versteift und verliert an Elastizität.
Der schnellere Herzschlag-Rhythmus wird fühlbar als heftiges Herzpochen (Palpitationen). Eine Häufung von Entzündungen wie Bronchitis und Pneumonie als Folge der Minderbelüftung verschlechtert noch den Allgemeinzustand.
Mit fortschreitender Hypoxie (Sauerstoffmangel) sinken trotz höherer Schlagfrequenz das Herz-Zeit-Volumen (Bradykardie) und der Blutdruck. Schwindel, Müdigkeit und Erschöpfung nehmen zu. Flüssigkeit sammelt sich im Gewebe (Ödeme) und in den Atemwegen. Das Abhusten ist erschwert und der Atem rasselt oder pfeift.


Mangelhafter Gasaustausch bedeutet auch Anreicherung von CO2 im Blut durch reduzierte Abatmung. Kohlendioxid wiederum löst eine CO2-Narkose (Hyperkapnie) mit schlechtem, unruhigem Schlaf, Schwitzen, Flachatmung sowie morgendlichen Kopfschmerzen aus. Begleitet von starker Mattigkeit, reduzierter Konzentrations- und Merkfähigkeit, Verwirrtheitszuständen und Gereiztheit kommt es zu neurologischen Störungen bis hin zu epileptischen Anfällen oder gar Koma. In der Spätphase versagt die Lunge und oder mehrere Organsysteme dann akut.

 

Ursachen für eine respiratorische Insuffizienz

Unterschiedliche Teilprozesse bestimmen, wie effizient die äußere Atmung (= Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe ins bzw. aus dem Blutkreislauf) arbeitet. Störungen in der Belüftung (Ventilation) innerhalb der Atemwege, der Durchblutung von Lungenbläschen (Alveolen), des dortigen Gasaustauschvorgangs (Diffusion) oder Verteilungsstörungen (Distribution) können an einer Atemschwäche beteiligt sein. Doch auch die Steuerung spielt eine zentrale Rolle, denn die Atemmuskulatur ist Stellglied für das Luftvolumen beim Einatmen. Chronische Bronchitis, Mukoviszidose, Lungenentzündungen, Lungentumoren, Lungenfibrosen, COPD oder Lungenemphysem können eine chronische oder akute Ateminsuffizienz auslösen. Einatmen von Fremdkörpern oder Wasser (Ertrinken) und Lungenverletzungen (Pneumothorax) führen zu akutem Atemversagen und damit einem lebensbedrohlichen Notfall.

Ein Lungenödem bei Herzschwäche oder Herzinfarkt und eine Lungenembolie kommen kardial bedingt als Auslöser einer schwachen Atmung infrage. Degenerative Muskel-Erkrankungen verschiedener Formen sind teils ebenfalls mit einer Schwächung der Atempumpe assoziiert. Ateminsuffizienz kann Folge einer zentralnervösen Erkrankung oder Verletzung des Atemzentrums sein: Schädel-Hirn-Trauma, Medikamenten- oder Alkoholvergiftung, Schlaf-Apnoe-Syndrom, Schlaganfall. Schließlich haben auch periphere neuronale Störungen und Polyneuropathien öfter atemdepressive Auswirkungen, so zum Beispiel das Guillain-Barré-Syndrom, chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie, Myasthenia gravis oder Nervenverletzungen und -traumata.

Diagnose einer Atemschwäche

Zur Feststellung einer Ateminsuffizienz und deren Ursache oder Grunderkrankung erfährt ein Patient umfangreiche Lungenfunktionstests. Hierzu zählt die Spirometrie, bei der unter Anleitung in das Mundstück eines Spirometers ein- und auszuatmen ist – normal und forciert. Die Spirometrie liefert Daten über Lungenvolumina und Atemkapazitäten. Bei der Ganzkörperplethysmografie erfolgen ähnliche Messungen innerhalb einer geschlossenen Kammer. Daraus gewinnt der Pneumologe Angaben über Gasvolumen und die totale Lungenkapazität.

Ergänzt werden die Untersuchungen durch bildgebende Verfahren zur Darstellung des Brustkorbs: Röntgen-Thorax, Computertomografie, MRT oder Lungenszintigrafie. Auch eine mögliche Endoskopie der Bronchien gehört dazu. Sie geben Aufschluss über morphologische Gegebenheiten und Veränderungen. Zusätzlich erfolgt eine arterielle Blutgasanalyse zur Bestimmung der Gasverteilung von Sauerstoff und Kohlendioxid inklusive pH-Wert.

Ateminsuffizienz-Therapie

Nach den Ergebnissen der Diagnostik richtet sich die gesamte Therapie aus. Je nach zugrundeliegendem Auslöser und Schwere der Ateminsuffizienz ist nur mit einer ursächlichen Behandlung eine Besserung der Lungenfunktion zu erreichen. Dies kann chirurgische Eingriffe bedeuten, medikamentöse Behandlung, physikalische Therapien oder auch Lungentraining. So kommen beispielsweise Antibiotika in Betracht – Sprays zur Erweiterung der Bronchien bei einer bakteriell bedingten Lungenentzündung. Sauerstoffgabe gehört mit zu den Sofortmaßnahmen und begleitet viele Betroffene weiterhin. Andere Patienten, insbesondere mit chronischer Atemschwäche leben fortan mit einem Beatmungsgerät (z. B. BIPAP), welches sie bei der Spontanatmung unterstützt und zusätzlichen Sauerstoff zuführen kann.

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Der Aufbau des menschlichen Nervensystems

Das Nervensystem ist die Schaltzentrale für sämtliche Funktionen Ihres Lebens. Das gilt für die kognitiven Leistungen Ihres Gehirns, aber auch für Prozesse, die im Hintergrund ablaufen, zu denen beispielsweise die Steuerung der Herz- und Atemfrequenz gehört. Es ist unglaublich komplex und setzt sich im Kern aus vielen Nervenzellen zusammen. Die einzelnen Nervenzellen arbeiten im periphere Nervensystem möglichst reibungslos miteinander.
Das periphere Nervensystem des Menschen

Das zentrale Nervensystem (ZNS)

Das Rückenmark bildet zusammen mit dem Gehirn Ihr zentrales Nervensystem, das ZNS. Die Schaltzentrale für die Vorgänge im ZNS ist Ihr Gehirn, in das die Informationen einlaufen und verarbeitet werden. Von dort aus werden unterschiedliche Funktionen des Körpers gesteuert.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen die vielen verschiedenen Funktionen des Gehirns vor:

Das Großhirn

Direkt unter Ihren Schädelknochen ist das Großhirn mit seinen zwei Hirnhälften situiert. Jede Hirnhälfte wird in vier Hirnlappen unterteilt, die alle für einen jeweils anderen Bereich zuständig sind. Die Frontal- oder Stirnlappen steuern Ihre Bewegungen und Ihr Verhalten, die Temporal- oder Schläfenlappen sorgen dafür, dass Sie Gegenstände oder Personen erkennen können. An dieser Stelle werden Ihre Erinnerungen gespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen. Im Scheitellappen befinden sich die wichtigen Bereiche, dank derer wir lesen und rechnen können. Für die visuellen Eindrücke der Augen und die Augen-Hand-Koordination ist der Hinterhauptslappen zuständig.

Das Zwischenhirn

Unter dem Großhirn befindet sich das Zwischenhirn, das unter anderem für die Gefühle und den Biorhythmus zuständig ist.

Das Kleinhirn

Das Kleinhirn befindet sich ebenfalls unter dem Großhirn. Hier werden sämtliche Bewegungen geplant, aufeinander abgestimmt und koordiniert. Auch automatisierte Bewegungen wie beispielsweise das Radfahren werden hier gespeichert und können von dort aus abgerufen werden.

Das Stammhirn

Sitzt unter dem Zwischen- und Kleinhirn. Es besteht aus dem für die Reflexe zuständigen Mittelhirn, dem für Blutkreislauf und Atmung zuständigen Rückenstamm und einer Brücke, die das Gehirn mit dem Rückenmark verbindet.

Im Wirbelkanal der Wirbelsäule befindet sich schließlich das Rückenmark. Viele kleine Nerven verbinden die einzelnen Bereiche Ihres Körpers mit dem Rückenmark und damit auch mit Ihrem Gehirn.

Das periphere Nervensystem

Während Gehirn und Rückenmark das Zentralnervensystem bilden, werden sämtliche Nerven außerhalb davon als peripheres Nervensystem bezeichnet. Diese setzt sich aus 31 aus dem Rückenmark austretende Spinalnerven und 12 Hirnnerven zusammen. Wie Kabel, die sich immer weiter verzweigen, reichen die Nerven bis in die kleinsten Zellen hinein. Das periphere Nervensystem wird in das vegetative Nervensystem (auch autonomes Nervensystem genannt) und das somatische Nervensystem unterteilt. Mit Hilfe des somatischen Nervensystems spüren Sie Ihren Herzschlag und viele andere Reize aus Ihrem Körper.

Gleichzeitig nehmen Sie mit dessen Hilfe die Reize aus Ihrer Umwelt wahr und nehmen bewusst Einfluss auf Ihre Bewegungen. Das vegetative Nervensystem wird auch als autonomes Nervensystem bezeichnet, weil es im Körper all das steuert, worum Sie sich selbst nicht kümmern brauchen: Herzschlag, Verdauung und viele andere Vorgänge.

Der Aufbau der Nervenzellen

Jede Nervenzelle besteht aus einem Zellkörper, der sich aus einer Zelle mit Zellkern zusammensetzt. Aus den Membranen der Nervenzellen ragen die Dendriten wie filigrane Äste heraus und sorgen dafür, dass sich die Nervenzellen miteinander vernetzen können. Weiterhin verfügt jede Ihrer Nervenzellen über ein Axon, einen Fortsatz, der zum Transport der Signale dient. Das Axon selbst ist von einer Isolierschicht umgeben, die für eine schnelle Signalübermittlung sorgt. Das Axon mit Isolierschicht wird als Nervenfaser bezeichnet, mehrere von ihnen mit den dazu gehörigen Blutgefäßen bilden schließlich den gesamten Nerv. Diesen Aufbau finden Sie in allen Nervenzellen, sowohl im Rückenmark oder dem Gehirn als auch den Augen.

Reflexe sorgen für schnelle Bewegungen

Während Sie viele Bewegungen mit Ihrem bewussten Willen steuern können, gilt das für andere nicht. Ist eine vom Willen gesteuerte Bewegung zu langsam, setzen die Reflexe ein. Für die monosynaptischen Reflexe, zu denen der Achillessehnen- und der Patellasehnenreflex gehören, braucht Ihr Körper beispielsweise nur eine einzige Synapse, die Sie nicht kontrollieren können. Andere Reflexe dagegen benötigen mehrere Synapsen und werden dementsprechend polysynaptische Reflexe genannt. Zu diesen gehört beispielsweise der Hustenreflex, aber auch Schmerzreaktionen, wenn Sie beispielsweise mit der Hand eine heiße Herdplatte berühren und diese sofort reflexartig zurückziehen.

Das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem regelt all Ihre Vitalfunktionen, zu denen beispielsweise die Verdauung, Atmung, aber auch der Schlaf gehören. Selbst unter einer Narkose bleiben daher in der Regel Ihre Atmung und sämtliche anderen Funktionen erhalten. Es wird in drei unterschiedliche Systeme aufgeteilt: Das enterische, sympathische und parasympathische Nervensystem.

Während sich das enterische Nervensystem in den Wänden Ihrer Hohlorgane wie Blase, Darm, Magen und Herz befindet und dortige Zustände meldet, sind sympathisches und parasympathisches Nervensystem zwei Gegenspieler, die auch Antagonisten genannt werden. Je nachdem, welches Nervensystem angesprochen wird, reagiert Ihr Körper. Während das sympathische Nervensystem für Aufmerksamkeit, Flucht oder Kampf zuständig ist, kümmert sich das parasympathische Nervensystem um die Ruhe und drosselt daher die Aufregung. Wie die beiden Antagonisten miteinander funktionieren, lässt sich ganz einfach darstellen: Sieht sich Ihr Körper einer Gefahr gegenüber, muss er sich entweder für Flucht oder Kampf entscheiden. Der Sympathikus pumpt Blut in die Muskeln, sorgt für einen schnellen Herzschlag und sagt der Lunge, sie soll für mehr Sauerstoff im Blut sorgen. Diese Abläufe werden sowohl für eine schnelle Flucht als auch für einen aussichtsreichen Kampf benötigt. Ist die Gefahr vorüber, bekommt der Parasympathikus die Oberhand. Der Herzschlag normalisiert sich wieder, die Schweißdrüsen stellen ihre vermehrte Schweißproduktion wieder ein und die Atemfrequenz geht ebenfalls auf das Normalmaß zurück. Hat Ihr Körper wegen der Gefahr die Verdauung heruntergefahren, normalisiert sich diese jetzt ebenso wieder.
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